Lebensweise
Das Zentrum seines weltlichen Lebens ist für einen Irrogoliten seine Sippe, der er sich emotional stark verbunden fühlt. Diese Großfamilie, zu der auch jene Knechte und Mägde, die nicht direkt von einer der Sippe zugehörigen Familie abstammen, hinzugezählt werden, umfasst typischerweise zwischen 20 und 50 Personen. Oberhaupt ist der Patriarch, zumeist das älteste, männliche Mitglied, der den Vorsitz und das letzte "Schiedswort" bei Sippenversammlungen innehat, als Wortführer beim Kontakt mit anderen Sippen fungiert und nach
dem die Sippe benannt wird. Diejenigen wenigen Unglücklichen allerdings, denen Ankroju den Fluch der Fäule nicht nahm, gelten als Aussätzige und werden bestenfalls aus dem Leben ihrer Sippe ausgeschlossen, weitaus häufiger jedoch öffentlich gesteinigt. Das Zentrum seines geistlichen Lebens ist für einen Irrogoliten das heilige Buch Emshanosh, auf dessen Inhalt nahezu alle Gesetze, Bräuche und Sitten der irrogolitischen Kultur fußen, und dessen heilige Steintafeln Irrogolosh
einst von Ankroju selbst erhalten haben soll. Der bekannteste Abschnitt des Emshanosh, von dem so gut wie jede Sippe eine vollständige Abschrift besitzt, trägt den Titel "Buch von Rechtschaffenheit und Würde" und enthält eine Großzahl von Sprüchen und Geschichten über mannigfaltige Aspekte des alltäglichen Lebens und ist zudem Quelle für zahlreiche Sprichworte. Über die Auslegung der Worte des Emshanosh wachen die Richtväter im Ankroju-Tempel zu Jalkam, deren Aufgabe darüber hinaus auch die Verwaltung der Stadt und die Klärung sämtlicher Rechtstreitigkeiten zwischen verschiedenen Sippen ist
. Ihre Richtersprüche werden in der Regel von allen Irrogoliten ohne Widerspruch anerkannt.
Aufgrund des hohen Stellenwerts des
Emshanoshs werden schon den Jüngsten im Kreise der Sippe die verschlungenen Glyphen der irrogolitischen Schrift gelehrt, auch wenn
nur die wenigsten jemals eine Schriftrolle in den eigenen Händen halten werden. Obwohl es in einigen Tälern feste Siedlungen gibt, leben die meisten Irrogoliten doch
nach wie vor als Halbnomaden, die mit ihren Ziegenherden auf der Suche nach saftigen Weideflächen verschiedenen uralten Pfaden folgend von Tal zu Tal ziehen.
Nur selten verweilen sie länger als einen Monat an ein und demselben Ort. Die Ziegen liefern den Großteil dessen, was eine Sippe zum Leben benötigt: Milch, Fleisch, Felle, Leder und Sehnen. Alltäglich anfallende Arbeiten werden von allen Sippenmitgliedern
gemeinsam erledigt, wobei den irrogolitischen Frauen traditionell eher die Führung des Zelthaushalts obliegt, während die Männer meist das Hüten der Ziegen übernehmen oder Handwerkstätigkeiten ausüben. Landwirtschaftliche Produkte stammen meist aus dem fruchtbaren Tal zu Fuße des Arakut,
wo etliche dauerhaft
sesshafte Irrogolitensippen neben Hirse, Weizen, Wein und Oliven
auch noch eine ganze Reihe weiterer Nutzpflanzen anbauen, werden aber gelegentlich auch im Handel mit dem Dreistromland erstanden. Stets sind die Wanderungen einer Sippe daher so eingerichtet, dass man zumindest zum Sommerende in der Nähe Jalkams lagert,
zumal kein gläubiger Irrogolit das
alljährlich zu dieser Zeit stattfindende Dokrah-Fest verpassen
will, bei dem die heiligen Steintafeln des Emshanosh
geöffnet (Wie kann man eine Steintafel öffnen? Mit Hammer und Meißel?
) werden.
Argrim: "Sie sind im Inneren verfault und zu Recht verflucht. Hüte dich vor ihrer Verderbnis und lass dich nicht
von ihnen vom
wahren Pfad Ankrojus abbringen. Sie müssen aus unserer Mitte getilgt werden."